Bigos (Bigosch) – Polnischer Krauttopf aus dem Slow Cooker
Der traditionelle polnische Eintopf, auch bekannt als »Polnischer Krauttopf«, ist über die Grenzen Polens hinaus ein beliebtes Schmorgericht. So ist das Gericht auch in Litauen, Weißrussland und der westlichen Ukraine ein echter Küchenklassiker.
Oft sind verschiedene Wurstvarianten oder auch Äpfel und Pflaumen Bestandteil des Rezeptes. Bei unserer Variante, haben wir ohne einen besonderen Grund auf Wurst verzichtet. Das Gericht kommt mit und ohne Wurst »echt deftig« daher. Warum es zwei Schreibweisen bzw. Aussprachen, mit »s« und »sch« gibt, konnten wir bei unserer Recherche nicht herausfinden! Unserer Kenntnis nach, wird das polnische »s« nicht als »sch« ausgesprochen. Also »Bigos« statt »Bigosch«, Vielleicht weiß ja jemand, warum?
Zu »Bigosch« bzw. »Bigos«, passt neben einem kräftigen Bier, z. B. ein kräftiger Chardonnay. Einfach mal auf unser »Weintipp-Icon« tippen und mehr erfahren. Wir wünschen wie stets einen Guten Appetit und wohl bekomm's!
Für den Einkaufszettel:
Rezeptvarianten:
Statt Rind- und Schweinefleisch, als Kombination, kann man auch
miteinander kombinieren.
Als Wursteinlage passen fettreiche Sorten wie
Beilagentipp:
Zu unserem »Bigos aus dem Slow Cooker« passt ein rustikales Bauernbrot als Beilage.
Unser Tipp: Probiere für Schmorgerichte unbedingt einmal Färsenfleisch. Eine Färse ist ein geschlechtsreifes weibliches Rind, das noch nicht gekalbt hat. Das Fleisch verfügt im Vergleich zu dem relativ mageren Bullenfleisch über einen deutlich höheren Fettanteil und ist damit geschmacklich vorzuziehen.
Tipp: Uns gefällt die Browser-Erweiterung Print Friendly & PDF sehr gut. Sie hat eine einfach und intuitiv zu bedienende Nutzeroberfläche mit nützlichen Einstellmöglichkeiten. Haftungsausschluss: Siehe Impressum », »Haftung für Links«!
1) Zwiebeln und Knoblauch schälen und klein hacken. Tomaten waschen und in mundgerechte Stücke schneiden. Fleisch und in ca. 5–6 cm große Stücke schneiden. Äußere Lage des Weißkohls entfernen, restlichen Weißkohl in dünne Streifen schneiden, Speck grob würfeln. Sauerkraut abgießen und mit den restlichen Zutaten bereitstellen.
2) Steinpilze 30 Min. in lauwarmen Wasser einweichen. Um die Bitterstoffe des Weißkohls zu entfernen, diesen in Salzwasser 3 Min. blanchieren und mit einer Prise Zucker würzen.
Unbedingt mal ausprobieren: Unsere spezielle Brattechnik für möglichst wenig Rauchentwicklung, sprich »Qualm in der Hütte« 😊:
3) Bratpfanne auf hohe Temperatur erhitzen. (Zum Testen der Temperatur einen Tropfen Wasser in die Pfanne spritzen. Zerplatzt und verdampft dieser, hat die Pfanne die richtige Brattemperatur erreicht!) Fleisch zunächst OHNE Bratfett portionsweise(!) rundherum kräftig anbraten, damit schöne Röstaromen entstehen. Beim Anbraten darauf achten, das zwischen den einzelnen Fleischstücken mindestens 2 cm Abstand besteht. Liegt es zu eng nebeneinander, kocht das Fleisch und brät nicht mehr! Schweineschmalz hinzufügen und das Gulasch unter regelmäßigem Wenden noch 1–2 Min. goldbraun braten. Fleisch in einer Schüssel warmhalten. Pfanne vor dem nächsten Bratvorgang mit einem Küchentuch auswischen.
4) Alle Zutaten in den Crock-Pot geben und mit der Rinderbrühe aufgießen. Deckel auflegen und Bigos auf Einstellung »LOW« (ca. 80–85°) 8 Std. im Crock-Pot schmoren lassen. Wichtig: Während des Garens den Deckel stets aufgelegt lassen! Muss es schneller gehen, kann man das Schmorgericht auch auf 2 Std. »HIGH« und 4 Std. »LOW« garen.
Rindfleisch
Neben hochwertigem Eiweiß enthält Rind- wie auch Lammfleisch die lebenswichtigen Vitamine B2, B6 und B12 sowie wichtige Mineralstoffe wie Eisen, Zink und Selen. Vitamin B1 ist ebenfalls vorhanden, jedoch in geringeren Mengen als beispielsweise in Schweinefleisch.
Besonders Eisen und Vitamin B12 spielen eine zentrale Rolle bei der Bildung roter Blutkörperchen. Vitamin B12 kann in relevanten Mengen fast nur über tierische Produkte aufgenommen werden.
Daher lässt sich feststellen, dass eine rein vegane Ernährung ohne Supplemente nicht als vollständig ausgewogen betrachtet werden kann. Bereits 150 g Lamm- oder Rinderfilet können den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin B12 decken und leisten zugleich einen wertvollen Beitrag zur Eisenversorgung.
Sauerkraut
Nicht nur in Deutschland, sondern bereits im antiken Griechenland und Ungarn war Sauerkraut bekannt und beliebt. Das hat sich bis heute – insbesondere auch in den osteuropäischen Balkanländern – nicht geändert. So erlebt das Gemüse immer noch und immer wieder die wunderbare »Metamorphose« vom ordinären Weißkohl zum feinen Sauerkraut.
Sauerkraut wird meist aus Weißkohl, seltener aus Spitzkohl, hergestellt. Damit aus dem Kohl leckeres Sauerkraut wird, schneidet man ihn zuerst in feine Streifen und zerstampft und presst ihn anschließend kräftig.
Dem dabei austretenden Saft wird Salz zugesetzt, welches diesen bei der Konservierung des Krauts unterstützt und ihm noch weiter Flüssigkeit entzieht. Milchsäurebakterien sind für die nun einsetzende Gärung und auch für den säuerlichen Geschmack des zukünftigen Sauerkrauts verantwortlich. Der Gärvorgang dauert mehrere Wochen, in denen der Kohl immer wieder erneut gestampft und gepresst wird, bis er seine Marktreife erreicht hat.
Rohes Sauerkraut – die verdauungsfördernde Vitamin-C-Bombe
Der hohe Vitamin C-Anteil macht Sauerkraut so gesund, denn wie jeder weiß, unterstützt Vitamin C unseren Organismus bei der Abwehr von Erkältungskrankheiten, und da Sauerkraut so gut wie gar kein Fett enthält, ist es auch für figurbewusste Genießer ein echter Tipp auf dem Speisezettel. Zudem ist es reich an Ballaststoffen, die im Zusammenspiel mit der natürlichen, in Sauerkraut enthaltenen Milchsäure eine verdauungsfördernde Wirkung auf unseren Stoffwechsel haben. Die Milchsäurebakterien wiederum sorgen für eine gute Darmflora (Mikrobiom), eine wichtige Voraussetzung für ein starkes Immunsystem.
Wie bei allen Gemüsen gilt natürlich auch bei Sauerkraut: Je mehr ich das Kraut erhitze, desto weniger kann ich von den vorhandenen Vitaminen und – im Falle des Sauerkrauts – Milchsäurebakterien profitieren. Ich habe allerdings schon als Kind gerne mal rohes Sauerkraut vom Metzger roh aus der Hand gegessen und das hat sich bis heute nicht geändert.
Schweinefleisch
Schweinefleisch liefert hochwertiges Eiweiß sowie wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Besonders bemerkenswert ist sein hoher Gehalt an Vitamin B1 (Thiamin) – Schweinefleisch gehört hier zu den Spitzenreitern unter allen Fleischsorten. Darüber hinaus enthält es nennenswerte Mengen an Vitamin B2, B6 und B12 sowie Mineralstoffe und Spurenelemente.
Vitamin B12 ist für die Bildung roter Blutkörperchen unentbehrlich und kann in relevanten Mengen fast ausschließlich nur über tierische Lebensmittel aufgenommen werden. Bei rein pflanzlicher (veganer) Ernährung muss es daher über Supplemente oder angereicherte Produkte zugeführt werden.
Im direkten Vergleich liefert rotes Fleisch wie Rind oder Lamm zwar deutlich mehr Vitamin B12 pro Portion, Schweinefleisch trägt jedoch – insbesondere durch seinen hohen Thiamin-Gehalt – wesentlich zu einer ausgewogenen Ernährung bei.
Tomaten
Außer einem hohen Wasseranteil enthalten Tomaten viele sekundäre Pflanzenstoffe wie auch verschiedene Mineralstoffe. Besonders Kalium stellt für den Menschen einen wichtigen gesundheitlichen Faktor für eine ausgewogene Ernährung dar, da Kalium für die Regulation des Blutdrucks, aber auch für Muskeln und Nerven ein wertvoller Initiator ist.
Erhitzt gesünder als roh
Zudem sind Tomaten einige der wenigen Gemüsesorten, deren gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe sich durch Erhitzen verbessern, statt sich zu verschlechtern. Gemeint sind die in Tomaten enthaltenen Polyphenole, sogenannte Antioxidantien, wirksame Fänger der zellschädigenden »freien Radikalen«, die – sobald aktiv – ihrem Namen alle Ehre machen.
Hervorzuheben ist in diesem Bezug der in Tomaten reichlich enthaltene, zur Familie der Carotinoide gehörende Farbstoff Lycopin. Dieser Farb- bzw. Wirkstoff allein ist bereits ein guter Grund, regelmäßig Tomaten auf den Speisezettel zu stellen. Natürlichen Nährboden bei der Aufzucht der Tomaten voraussetzend!
Steinpilze
Der Steinpilz (Boletus edulis), in einigen Regionen auch bekannt als »Herrenpilz«, gehört zur Gattung der Dickröhrlinge. Als echter Waldpilz ist er auf einen Baum angewiesen. Zu finden ist er in Laub- und Nadelwäldern, meist am Weges- oder Waldesrand.
Je nach Sonneneinstrahlung verfärbt sich der »Hut« des Steinpilzes von hellbraun bis kastanienbraun, was ihm in Kombination mit seinem oft weißen Stiel eine besonders schöne Optik verleiht. Das Fleisch des Steinpilzes besitzt eine feste Textur, was ihm wohl zu seinem Namen verholfen hat.
Obwohl der bei Feinschmeckern beliebte Pilz zu etwa 90 Prozent aus Wasser besteht, hat er einiges an wertvollen Nährstoffen zu bieten. Er verfügt über die Vitamine B1 und B2, die den gesunden Stoffwechsel des Menschen unterstützen und außerdem zu einem intakten Nervensystem beitragen. Mit Kalium, Phosphor und Zink, wichtigen Mineralstofflieferanten, kann er zusätzlich punkten.
Außerdem enthalten Pilze den sehr interessanten Ballaststoff »Beta-Glucan«, welcher auch in Haferflocken enthalten ist. Dieser Ballaststoff ist löslich und für unseren Darm und die darin enthaltene Flora (Mikrobiota) eine Wohltat.
Regelmäßig wird vor dem übermäßigen Verzehr von Waldpilzen gewarnt, da diese angeblich durch den Reaktorunfall von Tschernobyl immer noch belastet sein können. Die Empfehlung für einen unbedenklichen Genuss beläuft sich auf ca. 200 g pro Woche. Stillende Mütter und Kleinkinder sollten gemäß den Empfehlungen generell auf den Genuss von Waldpilzen verzichten. Da mir hierzu die notwendigen wissenschaftlichen Studien fehlen, kann ich diese Aussage weder bestätigen noch dementieren.
Zwiebeln und Knoblauch
Beide sind ein natürliches Antibiotikum und bekämpfen wirksam schädliche Pilze und krankheitserregende Mikroorganismen. Die Zwiebel ist eng mit dem Knoblauch verwandt und besitzt gegenüber diesem eine mildere Wirkung. Die Kombination der beiden bringt ein starkes Duo hervor. Beide enthalten wertvolle Antioxidantien, die als Fänger »freier Radikaler« unseren Organismus dabei helfen, gesund zu bleiben.
Die zur Gattung der Liliengewächse gehörenden Pflanzen verfügen zudem über einen hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt, von dem wir ebenfalls gesundheitlich profitieren.
Enthalten sind die Vitamine B1, B2 und B6 sowie die Vitamine C und E. Außer den Mineralstoffen Salz, Eisen, Zink und Magnesium sind noch eine ganze Reihe weiterer Mineralstoffe in Zwiebeln und Knoblauch enthalten, sodass man beide Pflanzen durchaus als hochwertige Mineralstoff-Lieferanten bezeichnen kann.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Michael Pagelsdorf
Dipl. Ernährungswissenschaftler (Oekotrophologe)
– durch ein Braten-Kernthermometer Fleisch und Fisch optimal garen
Die wichtigsten Gargrade und deren empfohlene Kerntemperaturen. So garen Sie Rind, Kalb, Lamm, Wild, Schwein, Fisch und Geflügel perfekt auf den Punkt. Wissenswertes über: »Slow Cooking – der neue (alte) Trend« und wertvolle Hintergrundinfos zum Thema Langzeitgaren ergänzen unseren Beitrag.
Wenn es in der Pfanne raucht, ist das ein untrüglicher Hinweis darauf, dass die maximal nutzbare Brattemperatur des Öls oder Fetts überschritten wurde. Dieser Zustand wird als »Rauchpunkt« bezeichnet, gemessen wird die kritische Temperatur in Grad Celsius.
Verschiedene Öle und Fette im Vergleich
Mit viel Rechercheleistung hat das Team von »Gernekochen – Mit Wein genießen« eine Tabelle mit den am häufigsten verwendeten Ölen und Fetten zusammengestellt. Was geht und was nicht?
Unsere »Brattemperaturen für Öle und Fette-Tabelle« liefert die Antworten und einen aufschlussreichen Überblick.
Alle Produkte, die wir selbst in unserer "Gerneküche" benutzen und mit deren Qualität wir mehr als zufrieden sind, empfehlen wir guten Gewissens gerne weiter. Die aktiven Produkt-Verlinkungen unserer Kaufempfehlungen, haben wir mit einem *Sternchen gekennzeichnet. Weitere Information dazu finden Sie im Impressum!