Feta PDO – Let's get real!

Initiierte EU-Kampag­ne: »Fe­ta PDO – Let's get real!«

Lehrausflug nach Grie­chen­land, vom 19. bis 23. Mai 2019

Wer kennt es nicht, das weiße Ge­nuss-Sy­no­nym Grie­chen­lands? Her­ge­stellt aus Schafs- oder Misch­kä­se mit Zie­gen­milch­an­teil, mild-cre­mig bis in­ten­siv(-sal­zig) von Ge­schmack und Tex­tur.

Im Zuge eines EU-Förder­pro­gramms mit ein­her­ge­hen­der Mar­ke­ting-Kam­pag­ne war „Ger­ne­ko­chen – Mit Wein ge­nie­ßen“ zu­sammen mit zwei wei­te­ren Teil­neh­mern ein­ge­la­den, um sich vor Ort ei­nen Ein­druck zu ver­schaf­fen. Um es vor­weg zu neh­men: Was wir im Zu­ge un­se­rer mehr­tä­gi­gen „Fe­ta-Ex­pe­di­tion“ er­fah­ren und an Ein­drü­cken gesammelt haben, hat uns tief und nach­hal­tig be­ei­ndruckt. Doch der Rei­he nach ...

 

Was verbirgt sich hin­ter dem Kür­zel »PDO«?

Bei der Lebensmittel-Kenn­zeich­nung PDO, »Protected Designation OF Origin«, übersetzt »Geschützte Ursprungsbezeichnung« (G. U.), han­delt es sich um einen Verbraucherhinweis. Das rot-gelbe PDO-Gütesiegel dürfen nur die Lebensmittel-Produkte tragen, die den stren­gen europäischen Bestimmungen für Qualität und Sicherheit, mit ebenso fest definierten geographischen Regionen entsprechen. Damit wird sichergestellt, dass der Verbraucher die spezifische Merkmale und den besonderen Geschmack der einzelnen Lebensmittel für sich entdecken kann.

 

Das schreibt die Feta PDO-Deklaration vor:

  1. Der Rohstoff – bei Feta also die Milch – muss aus Griechenland stammen.

  2. Das Endprodukt mit traditioneller Herstellungsweise, der Fetakäse, muss aus Griechenland stammen.

  3. Der Standort der Produktion und die Weiterverarbeitung mit schlussendlicher Portionierung und Kartonierung, muss Griechenland sein, bzw. dort stattfinden. Feta darf somit in keinem Land außer Griechenland konfektioniert und für den Handel aufbereitet wer­den.

 

Schafs- und Mischmilchkäse vs. Kuhmilchkäse – was unterscheidet Feta von optisch ähnlichen Produkten?


Hier schreibt die Deklaration des Weiteren vor: Der Anteil an Schafsmilch in Feta muss mindestens 70 Prozent betragen. Als Mischkäse produziert (eine Kombination aus Schafs- und Ziegenmilch), kann der Ziegenmilchanteil bis zu 30 Prozent betragen. Ganz wichtig: Kuh­milch ist in Feta nicht zugelassen, hat also darin nichts zu suchen!

 

Feta-Plagiate

Das genau, ist dann auch der Knackpunkt, wenn der Verbraucher im Supermarkt vor dem Milch­pro­dukte­regal steht. Wie soll er einen qua­li­ta­tiv hoch­­wer­­ti­gen Feta PDO von einem Feta-Plagiat unterscheiden? Mit blau-weißer Farb­ge­bung und einem schnurrbärtigem Hirten auf der Verpackung, wird der Verbraucher be­wusst in die Irre geführt. Denn was sich hinter der schönen Landschaftsidylle als tat­säch­li­cher Inhalt in der Verpackung verbirgt, hat mit ech­tem Feta-PDO herzlich wenig zu tun. Nicht Schafs- oder Mischkäse mit Zie­gen­milch­an­teil, hat der „Hirte“ hier zu bieten, sondern meist nur preiswert zu produzierende Kuh­milch als Rohstoff der Feta-Kopie.

 

Was heißt das nun genau?

Besonders Ziegenmilch ist bei der Herstellung von Original-Feta ein Kostenfaktor. Ziegen produzieren gegenüber Kühen und auch Schafen täglich nur eine verhältnismäßig kleine Milchmenge. Und sie müssen dafür sogar eine be­deutend längere Zeit draußen, in der Natur bleiben, um Nahrung aufzunehmen. Nicht selten, lässt der Ziegenhirte sie bis spät nachts grasen, bevor er sie wieder einsammelt. Ein im­men­ser Arbeits- und Zeitfaktor!

 

Die Lösung des Dilemmas – das Feta PDO-Gütesiegel

Um eine klare Definition zu schaffen, was man denn nun wirklich in der Hand hält, gibt es nun die „Ge­schütz­te Ur­sprungsbezeichnung“ (G. U.), das Feta PDO-Gütesiegel. Eine tolle Sache mit vorbildlichem Charakter, wie wir fin­den!

 

Feta – Frischkäse oder gereifter Käse?

Bei Feta handelt es sich um kein Frischkäseprodukt, wie es wohl die meisten Verbraucher vermuten, son­dern statt­des­sen um einen über mehrere (min­des­tens zwei) Monate gereiften Käse. Feta reift in Salz­lake, entweder in Holz­fässern oder –wie es zeit­ge­mäß meist ge­schieht – in großen Blech­ka­nis­tern.

Abhängig von der Herkunftsregion, besitzt Feta eine Vielzahl von charakteristischen, ausgeprägten Aro­men und verschiedenen Texturen, von weich-cre­mig, bis zu einer harten, scharf-würzigen und sal­zig-krü­me­ligen Konsistenz. Der Reifeprozess trägt in hohem Maß zum cha­rak­te­ris­ti­schen Ge­schmack ei­nes Feta bei und ist gleichzeitig ein Qua­li­täts­merk­mal. Je län­ger die Reifung, desto hoch­wertiger das End­pro­dukt. Das dieser Zeit­auf­wand letztendlich eben­falls einen Kos­ten­faktor darstellt, liegt auf der Hand.

 

Feta genießen

Was wäre ein "Griechischer Salat", die wohl be­kann­tes­te Feta-Kombination, ohne Feta? Aber auch in Backwaren oder als Auflauf mit viel Olivenöl, prä­sentiert er sich von seiner besten Seite. Sein Ge­schmacksspektrum reicht dabei von salzigen, bis manch­mal auch herb-scharfen Aromen.

 

Und welcher Wein passt zu Feta?

Nikoleta Makrionitou, Sommelíere, Oenologin & Wein-Journalistin, sagt dazu:

Seine salzigen und manchmal auch herb-scharfen Aromen passen sehr gut zu einem frischen Wein mit aus­ba­lan­zier­tem Säu­re­spiel wie z. B. >Moschofílero unter Berücksichtigung des Basis-Grundsatzes: Kombiniere »herzhaft-pikantes« mit »scharfem«!

  

Feta – der „Gesundheitscocktail“

Feta verfügt zudem über zahlreiche, ge­sund­heits­för­dern­de I­nhalts­stof­fe. Außer den für unseren Or­ga­nis­mus wertvollen Omega 3-Fettsäuren der Weidemilch, sind in Feta die Vitamine A, B1, B2, B12 und Vitamin D enthalten. Dazu gesellen sich in ho­hem Maß die Mineralstoffe Kalzium und Phosphor. Beide sorgen beim Menschen für gesunde Knochen und Zähne. Eiweiß (Protein) und das Spurenelement Jod, runden den „Feta-Gesundheitscocktail“ ab.

Gernekochen – Mit Wein genießen hat, wie anfangs erwähnt, im Zuge des EU-Wirt­schafts­för­de­rungs­pro­gramms

„Feta PDO – Let's get real!“,

https://www.fetapdo.eu/de/

gleich vier Produktionsstätten in Griechenland besucht:

TEMPI – Feta PDO aus Makrichori, Larissa – Thessalien

Das griechische Familienunternehmen „Tempi“, mit Sitz in Larissa, produziert mit hohem Engagement Feta sowie weitere Milchprodukte. Die Herstellung von Feta erfolgt nach traditioneller, zeitaufwendiger Prozedur. Außer Feta und weiteren griechischen Käsesorten werden hier auch Joghurt, Butter und – das ist interessant – hochwertiges Speiseeis nach traditioneller Herstellungsart produziert.

Auch die Endverarbeitung mit unterschiedlichsten Portionierungen sowie individuell auf die ver­schie­de­nen Märkte abgestimmter Kartonierung, erfolgt im Hause Tempi. Das Feta PDO-Gütesiegel ist der ver­diente Lohn der hochwertigen Erzeugnisse. Neben Feta und weiteren griechischen Käsesorten, werden hier auch Joghurt, Butter und – das ist in­te­res­sant – hochwertiges Speiseeis nach tra­di­tio­nel­ler Her­stel­lungs­art produziert.

Weitere Informationen unter:
http://www.tempi.gr

BOUKOUVALAS – Feta PDO aus Tyrnavos, Larissa – Thessalien

Unser nächstes Reiseziel führte uns ins benachbarte Tyrnavos, zur zweiten, von uns besuchten Pro­duk­tions­stät­te für Milcherzeugnisse. Das tra­di­tions­rei­che Familienunternehmen Boukouvalas wurde be­reits 1958 gegründet und befindet sich ak­tu­ell in der 3. Generation. Neben weiteren Milch­er­zeug­nis­sen wie z. B. Joghurt und "Katzikisio Tiri“, einem rei­nen Ziegenkäse, liegt seit 1980 der Fo­kus auf die Feta­produktion.

Mit jahrzehntelanger Erfahrung, Kompetenz und mo­derns­ter Technik, entstehen auch hier hoch­wer­ti­ge Fetaprodukte, die allesamt das rot-gelbe Siegel tra­gen.

Weitere Informationen unter:

http://www.boukouvalas-dairy.gr

MEVGAL – Feta PDO und zahlreiche weitere Milchprodukte aus Thessaloniki, Koufalia – Zentralmakedonien

Das Industrieunternehmen MEVGAL ist mit seinen Milchprodukten international tätig und auch auf dem deutschen Markt – hier besonders mit seinen Jo­ghurt-Produkten – fest etabliert. Die praktizierten hohen Qualitäts- und Hygienestandards des grie­chi­schen Unternehmens haben uns bei einer drei­stün­digen Werksbegehung nachhaltig be­ein­druckt.

Joghurt, als besonders sensibles Le­bens­mittel, er­for­dert gegenüber Feta einen stark er­wei­ter­ten Hy­gie­ne­schutz.

Aus den gesammelten Eindrücken resultierend, ge­hen wir nun noch mehr als zuvor mit einem äu­ßerst guten Gefühl in den Supermarkt; beim nächs­ten Griff ins Regal, immer die vorbildliche Pro­duk­tion geistig vor Augen. Hatten wir schon er­wähnt, dass MEVGAL bereits seit Jahren unser Lieb­lings-Joghurt ist?

Doch zurück zu Feta von MEVGAL. Natürlich besitzt auch dieser eine herausragende Qualität und trägt unter Einhaltung aller Richtlinien ebenfalls das rot-gelbe PDO-Gütesiegel.

Weitere Informationen unter:
http://www.mevgal.gr

ARVANITI – Feta-PDO-Spezialist aus Neochorouda, Makedonien

Unser viertes und letztes Reiseziel führte uns nach Neochorouda in Makedonien. ARVANITI hat sich auf eine reine Käseproduktion (Feta, Tsantila, Manouri u. a.) spezialisiert, produziert also keine Jo­ghurt­pro­dukte. Dafür kann man ARVANITI zu Recht als äu­ßerst kompe­ten­ten Spezialisten bei der tra­di­tio­nel­len Herstellung von Feta bezeichnen.

Somit verwundert es nicht, dass die Fetaprodukte des sympathischen Familienunternehmens seit vie­len Jahren mit Auszeichnungen ge­ra­de­zu über­schüt­tet wer­den. „Bes­ter Fe­ta­kä­se der Welt!“, ist nur ei­ne da­von.

Weitere Informationen unter:
https://www.arvanitis.gr

Unser Fazit: »Nichts schmeckt so, wie Feta PDO!«

Abschließend bleibt zu sagen, dass die Grie­chen ihr Hand­werk, die Pro­duk­tion von Fe­ta PDO, ver­ste­hen und mit höchst­mög­li­cher Qua­li­tät vor­bild­lich in die Pra­xis um­set­zen. Da­von konn­ten wir uns vor Ort selbst über­zeu­gen. Der kon­trol­lie­ren­de Blick auf das vor­han­de­ne oder nicht vor­han­de­ne rot-gel­be Fe­ta PDO-Gü­te­sie­gel, soll­te uns Ver­brau­chern al­so von nun an in Fleisch und Blut über­ge­hen. Da­mit un­ter­stüt­zen wir ein tra­di­tio­nell wert­vol­les Pro­dukt aus nach­hal­ti­ger Pro­duk­tion und tun gleich­zei­tig et­was Gu­tes für un­se­re Ge­sund­heit.

Gut zu wis­sen: Als ge­reif­ter Kä­se, ent­hält Fe­ta nur ei­ne äu­ßerst klei­ne Rest­men­ge an Lak­to­se (max. 0,1 Pro­zent/100 g) und darf sich da­mit „lak­to­se­frei“ nen­nen. Auch Al­ler­gi­kern, steht al­so beim Ge­nuss von Fe­ta nichts im We­ge!

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